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Klinik für Forensische Psychiatrie

Weitere Straftaten verhindern und Rückkehr in die Gesellschaft: Das sind die Hauptziele unseres Angebots. Dabei stützen wir uns auf unsere medizinische und psychiatrische Expertise. Wir vollziehen das, was die Rechtsprechung in der Schweiz für richtig und notwendig hält. Ohne Therapie ist bei unseren Patientinnen und Patienten das Risiko eines Rückfalls erheblich.

Die Behandlung findet in einem geschlossenen Rahmen mit sehr hohen Sicherheitsstandards statt. Von unseren Patientinnen und Patienten verlangen wir viel: Sie werden mit ihren Straftaten konfrontiert, sie müssen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Dabei behandeln wir sie stationär und in gewissen Fällen auch ambulant.

Wir erstellen forensische Gutachten für Gerichte und Sicherheitsbehörden. Immer mehr engagieren wir uns auch in der Öffentlichkeit: mit Informationsveranstaltungen und Fortbildungen für das Personal der Polizei, der Gerichte und des Massnahmenvollzugs. Es ist eine sinnvolle Erweiterung unseres Auftrags: Nicht nur zu therapieren, sondern über psychische Erkrankungen aufzuklären.

Zentrum Forensische Psychiatrie Stationär (ZFPS)

Die forensischen Stationen sind auf Straftäter ausgerichtet, die ein Delikt begangen haben. Wenn dieses mit einer schweren psychischen Störung in einem ursächlichen Zusammenhang steht und der Rückfallgefahr durch eine psychiatrisch-forensische Behandlung begegnet werden kann, wird vom Gericht eine Massnahmenbehandlung angeordnet, in der Regel im Rahmen des Art. 59 StGB.

Die Massnahmenbehandlung hat durch eine deliktpräventive Beeinflussung der Risikofaktoren die Verminderung des patientenbezogenen Rückfallrisikos und eine Verbesserung der Legalprognose zum Ziel. Das ZFPS steht in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Justiz- und Vollzugsbehörden des Kantons Aargau, zudem bestehen Leistungsverträge mit den Kantonen Solothurn, Luzern und Bern.

In den PDAG werden psychisch kranke Straftäter ab einem Alter von 18 Jahren behandelt:

  • vorzeitiger Vollzug einer stationären therapeutischen Massnahme (Art. 236 StPO).
  • gerichtlich angeordnete stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB.
  • stationäre Einleitung einer ambulanten Massnahme nach Art. 63 StGB. Die stationäre Behandlung darf in diesem Fall nicht länger als zwei Monate dauern.
  • Stationär-psychiatrische Kriseninterventionsbehandlungen bei Patienten, die einen Haftstatus haben und sich im Straf- oder Massnahmenvollzug befinden.

Zentrum für Forensische Psychiatrie Ambulant (ZFPA)

Das Aufgabengebiet des Zentrums für Forensische Psychiatrie Ambulant umfasst die psychiatrische Grundversorgung wie auch die Durchführung ambulanter (Art. 63 StGB) und stationärer Massnahmen (Art. 59 StGB) sowie die Betreuung und Behandlung Verwahrter (Art. 64 StGB) in der Justizvollzugsanstalt (JVA) und im Zentralgefängnis (ZG) Lenzburg sowie die Therapien im Rahmen ambulanter, stationärer – primär von den Stiftungen Satis und Gärtnerhaus – und suchtspezifischer Massnahmen im Forensischen Ambulatorium in Brugg-Windisch. Des Weitern werden auch freiwillige Therapien, konsiliarische Beurteilungen und Risikoabklärungen etc. im Forensischen Ambulatorium durchgeführt und die entsprechenden Ansprechpartner – unter anderem die JVA, das ZG Lenzburg, das Amt für Justizvollzug und die KESB – fachlich beraten und unterstützt. Im Ambulatorium werden zwischen 150 bis 160 Patienten betreut, bei denen deliktorientierte und störungsspezifische Psychotherapie gemäss state of art durchgeführt und validierte Prognoseinstrumente angewendet werden.

Gutachtenstelle

Die Gutachtenstelle erstellt schwerpunktmässig strafrechtliche forensisch-psychiatrische Sachverständigengutachten im Auftrag der Behörden, in welchen zur Frage der psychischen Störung, zu Legalprognose und Risikomanagement, zur Schuldfähigkeit und zu Massnahmen Stellung genommen wird. Die Beurteilung gründet sich auf moderne wissenschaftliche Erkenntnisse und nutzt validierte Prognoseinstrumente.

Die Gutachtenstelle kann beratend von Behörden zugezogen werden zur Abschätzung von Risikosituationen und dem Abklären möglicher Interventionsszenarien. Sie erstellt zivilrechtliche Gutachten mit forensischen Fragestellungen, zum Beispiel zur Urteilsfähigkeit einer Person zu bestimmten Sachverhalten oder zur differentialdiagnostischen Einschätzung und Abklärung.

Die Gutachtenstelle wird ärztlich von einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Schwerpunkttitelträgerin Forensische Psychiatrie und Psychotherapie FMH, geleitet.

So arbeiten wir

  • Deliktorientiert: Die Faktoren, die zu einer Tat geführt haben, müssen erkannt und eliminiert werden. Dabei sind Medikamente, das Verständnis für die Krankheit und Verhaltensänderungen wesentliche Elemente der Therapie.
  • Ressourcenorientiert: Mit intensivem Training in der Gruppe, begleitet vom Team, lernen die Patientinnen und Patienten ein soziales Netz aufzubauen und darin ein gesellschaftlich anerkanntes und sinnvolles Leben zu führen.
  • Transparent: Das Ziel der Therapie und der Weg dorthin müssen den Patientinnen und Patienten klar sein, damit sie motiviert bleiben.
  • Interdisziplinär und kooperativ: Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachleute – Ärzte, Psychologinnen, Pflegeteams, Sozialdienste – ist wichtig, um gegenüber den Patientinnen und Patienten geschlossen und zielgerichtet aufzutreten. Auftraggeber unserer Klinik sind Gerichte und Vollzugsbehörden.