Depressionen, Angst- und Panikzustände: Bericht von Daniel K.
«Es ist immer jemand für einen da.»
Seit vielen Jahren lebt Daniel K.* mit Depressionen sowie Angst- und Panikzuständen. Eine Zeit lang bestimmten sie seinen Alltag stark. Heute beschreibt er seine Situation mit vorsichtigem Optimismus: «So gut wie schon lange nicht mehr.» Die Behandlung auf der Psychotherapiestation KPP-7, die Unterstützung durch das interdisziplinäre Team, die Sporttherapie sowie der spezifische Therapieansatz CBASP haben wesentlich dazu beigetragen, dass er wieder mehr Stabilität gefunden hat.
Vorgeschichte
«Seit dem Alter von 23 Jahren leide ich unter rezidivierenden, also immer wieder auftretenden, Depressionen, Angst- und Panikzuständen. Ich habe einen recht stressigen Beruf gelernt, Koch, und da war ich häufig überlastet und habe schliesslich Depressionen bekommen. Ich fühlte mich antriebslos und spürte eine Leere in mir. Als ich zudem einmal erlebte, wie eine Person in Zürich Stadelhofen vor den Zug stürzte, war dies rückblickend der Ausblick für meine Panikattacken.
Daraufhin habe ich meinen Hausarzt aufgesucht, der mir Antidepressiva verordnete. Später hatte ich erste Aufenthalte bei den PDAG und Behandlungen bei verschiedenen Psychiatern, und habe auch eine Psychotherapie gemacht. In den Jahren 2008 bis 2010 ging es mir besonders schlimm, so dass ich zwischenzeitig sogar im betreuten Wohnen war, dann wurde es jedoch wieder etwas besser.
Eintritt und Behandlung bei den PDAG
In den letzten Jahren war ich zweimal für je mehrere Wochen stationär bei den PDAG in Behandlung. Anfangs, als ich noch sehr depressiv war, war es für mich recht schwierig. Was jedoch die Wende gebracht hat, war unter anderem die vorgegebene Struktur. Man steht morgens um acht auf, danach ist Tagesrapport, dann ist die ganze Woche durchstrukturiert mit Gruppenarbeiten, Kunsttherapie, Bewegungs- und Sporttherapie, Psychotherapie und Einzelgespräche mit der Bezugspflegeperson sowie die CBASP-Gruppentherapie. Die strukturierte Woche wie auch die einzelnen Elemente haben mir gut und schnell geholfen, sodass es mir nach drei, vier Wochen deutlich besser ging.
Auf der Psychotherapiestation KPP-7 war ich jeweils von Sonntagabend bis Samstag, sodass ich das Wochenende zuhause verbringen konnte. Das hat mir sehr gutgetan, denn so habe ich den Kontakt zur Familie nicht verloren und konnte meine Post erledigen, anstatt dass man ununterbrochen drei Monate in der Klinik ist. Zudem konnte ich in der Klinik Gelerntes im Alltag aktiv ausprobieren und anwenden. Insgesamt habe ich meinen Aufenthalt auf der Station als sehr angenehm empfunden und das Team als sehr stimmig erlebt. Es ist immer jemand für einen da.
Die Sporttherapie und Bewegungstherapie hat mir besonders gutgetan, wir haben gelernt, unseren Körper wahrzunehmen, zum Beispiel beim Qui Gong oder wir haben normalen Sport gemacht und sind auch in der Gruppe spazieren gegangen. Diese leichte körperliche Aktivierung hat im Gesamtkontext für mich gut gepasst.
Wie geht es Daniel K. heute?
Ich bin weiterhin ambulant in Zürich in Behandlung, aber es geht mir momentan so gut wie schon sehr lange nicht mehr. Da bei mir zudem ein Testosteronmangel diagnostiziert wurde, behandele ich diesen mit einer Hormoncreme. Das scheint tatsächlich matchentscheidend zu sein. So verlief meine zusätzliche saisonale Depression diesen November erheblich besser. Auch wenn ich im Winter wie auf Sparflamme lebe, habe ich nach meinem Austritt bei den PDAG versucht, mich gut zu beschäftigen und meine Woche zu strukturieren: Ich gehe im Hallwiler See Eisbaden oder öfter in die Sauna. Diese gute Stimmung will ich nun mit in den Frühling ziehen.
Langfristig würde ich gerne in eine Wohnung mit Garten ziehen und auch eine Arbeitstätigkeit im kleinen Pensum wieder aufnehmen, sei es im geschützten, halbgeschützten oder normalen Rahmen. Und noch etwas: Während der Therapie wurde mir oft gesagt, dass ich ein gutes Gespür für Menschen habe. Gerne würde ich deshalb eine Ausbildung als Peer machen, sodass ich einmal selbst als Betroffener und jemand, der sich mit der Thematik Depressionen auskennt und weiss, wovon er spricht, anderen Menschen in psychiatrischer Behandlung unterstützen kann.
*Name geändert