Themenseite Angststörungen

Die Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus unseres Körpers. Sie schärft die Aufmerksamkeit, hilft beim Einschätzen von Risiken und bereitet uns darauf vor, in bedrohlichen Situationen schnell zu reagieren. Wenn die Angst jedoch den Alltag bestimmt, Entscheidungen beeinflusst oder dazu führt, dass bestimmte Situationen und Orte gemieden werden, liegt meist ein behandlungsbedürftiges Krankheitsbild vor. 

Positiv ist, dass Angststörungen zu den am besten behandelbaren psychischen Erkrankungen gehören – bis zu 80 Prozent der Betroffenen sprechen auf eine Therapie an. Auf dieser Seite finden Sie verlässliche Informationen, Antworten auf häufige Fragen und passende Unterstützungsangebote. 

Woran erkenne ich eine Angststörung?

Von einer Angststörung spricht man, wenn die Angst oder Panik immer wieder auftritt, ohne dass eine reale Gefahr besteht, sehr stark ist und über längere Zeit anhält. Eine Angststörung betrifft sowohl das körperliche Befinden als auch die Gedanken und das Verhalten: 

  • Körperliche Symptome: Herzrasen, beschleunigte oder flache Atmung (Gefühl von Atemnot, obwohl der Körper meist ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist), Zittern, Schwindel, Schweissausbrüche, Muskelanspannung oder ein Engegefühl in der Brust. 
     
  • Gedankliche Ebene & Bewertung: Katastrophisierende Gedanken wie «Ich verliere die Kontrolle», «Ich bin in Lebensgefahr» oder «Ich werde mich blamieren». 
     
  • Verhalten & Vermeidungsverhalten: Betroffene versuchen oft, angstauslösende Reize zu meiden (Flucht, Ablenkung, Umgehung). Dies bringt kurzfristig Erleichterung, hält die Angst langfristig jedoch aufrecht und verstärkt den Teufelskreis.

Formen von Angststörungen

Plötzlich auftretende, intensive Angstwellen mit starken körperlichen Symptomen (z. B. Herzrasen, Todesfurcht, Atemnot). Etwa zwei Drittel der Betroffenen entwickeln zudem eine Agoraphobie.

Gerichtet auf ein konkretes Objekt oder eine Situation (z. B. Flugangst, Höhenangst, Angst vor Tieren).

Angst vor der Bewertung durch andere sowie vor Blamage oder Blossstellung in sozialen Situationen.

Agoraphobie ist die Angst vor Orten oder Situationen, aus denen eine Flucht schwierig oder peinlich wäre (z. B. Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel, Supermärkte). Klaustrophobie bezeichnet die Angst vor engen oder geschlossenen Räumen.

Ständige, übermässige Sorgen und Befürchtungen im Alltag ohne konkreten Anlass.

Diagnostik & Abklärung

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle. In ausführlichen Gesprächen mit Fachleuten (Hausärztinnen, Psychiatern oder Psychologinnen) wird geklärt: 

  • In welchen Situationen die Angst auftritt.
     
  • Welche körperlichen und gedanklichen Symptome vorliegen. 
     
  • Ausschluss körperlicher Ursachen (z. B. Wirkung von Medikamenten) oder anderer psychischer Erkrankungen. 

Behandlungsformen & Therapieangebote der PDAG

Bei den PDAG setzen wir auf das Stepped-Care-Modell (abgestufte Versorgung – so viel Unterstützung wie nötig und so individuell wie möglich): 

  • Selbsthilfe & Digitale Angebote: Niederschwelliger Einstieg durch Informationsmaterialien, Übungen sowie begleite oder unbegleitete Apps. 
     
  • Telemedizinische Angebote: Videogespräche und digitale Unterstützung als flexible Ergänzung zur Erleichterung des Therapiezugangs. 
     
  • Gruppentherapie: Austausch mit anderen Betroffenen, gemeinsame Bewältigungsstrategien und gegenseitige Motivation. 
     
  • Einzeltherapie & Kognitive Verhaltenstherapie: Das schrittweise Konfrontieren (Exposition) mit angstauslösenden Situationen bildet das Kernstück. Betroffene erleben dabei, dass die befürchtete Katastrophe ausbleibt und die Angst von alleine wieder nachlässt.
     
    • Ergänzende wissenschaftlich anerkannte Verfahren: Virtual-Reality-Exposition, Akzeptanz-und-Commitment-Therapie (ACT) sowie EMDR (bei trauma- oder erlebnisbedingten Phobien).
       
  • Medikamentöse Unterstützung: Bei starken Beschwerden können ergänzend Medikamente (z. B. Antidepressiva) eingesetzt werden, um das Anspannungsniveau zu senken und die Therapiefähigkeit zu unterstützen. 

Facetten Nr. 2/2026

In  PDAG-Magazin finden Sie verständlich aufbereitete Informationen zum Thema Angststörungen. Dieses steht kostenfrei als Download zur Verfügung.