Insgesamt 374 erwachsene Personen mit regelmässigem Cannabiskonsum in Basel-Stadt konnten Cannabis zwölf Monate lang in Apotheken beziehen, bei begrenztem THC-Gehalt und begrenzter Monatsmenge. Depressive Symptome, Angstsymptome und problematische Konsummuster gingen in dieser Zeit leicht zurück. Der Rückgang beim problematischen Konsum konzentrierte sich auf jene Personen, die zu Studienbeginn am stärksten belastet waren, und erreichte bei ihnen eine klinisch verlässliche Grössenordnung. Die konsumierte Menge pro Konsumtag blieb unverändert, ebenso die psychosenahen Symptome. Die Zahl der Konsumtage stieg leicht an.
«Häufigerer Zugang hat in diesem Modell nicht zu mehr Verbrauch und nicht zu mehr Symptombelastung geführt. Das ist der eigentliche Befund», sagt Erstautorin Eva-Maria Pichler, Chefärztin des Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen der PDAG.
Nach den ersten sechs Monaten hatten beide Studienarme Zugang zur Apotheke. Die Einjahresauswertung beschreibt deshalb Verläufe innerhalb der Personen und belegt keine Wirkung des Abgabemodells.