Hauptinhalt

Die Auswirkungen eines psychiatrischen Praktikums auf stigmatisierende Einstellungen gegenüber psychischen Störungen bei deutschen Medizinstudenten

12. Dezember 2023

Die Vereinten Nationen betrachten den Zugang zu medizinischer Versorgung als grundlegendes Menschenrecht, doch die weit verbreitete Stigmatisierung schwerer psychischer Krankheiten beeinträchtigt die Qualität der Gesundheitsversorgung für Personen mit psychischen Begleiterkrankungen. Um diesem Problem zu begegnen, sind dringend Interventionen erforderlich, die dazu beitragen, Vorurteile bei Gesundheitsdienstleistern abzubauen.

In einer Studie an der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg wurde untersucht, wie sich ein psychiatrisches Praktikum auf die stigmatisierenden Einstellungen von Medizinstudierenden gegenüber psychischen Störungen auswirkt. In einem Artikel in der Fachzeitschrift Frontiers in Psychiatry berichtet die Arbeitsgruppe von Dr. med. Maxim Zavorotnyy über die Ergebnisse der Studie: Das Praktikum führte dazu, dass die Stigmatisierung signifikant abnahm. Zudem zeigte sich eine Verbindung zwischen geringerer Stigmatisierung und dem Interesse der Studierenden an einer psychiatrischen Facharztausbildung nach Abschluss des Medizinstudiums. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die direkte Interaktion mit Patientinnen und Patienten im Rahmen des psychiatrischen Praktikums einen effektiven Weg darstellt, um Stigmatisierung abzubauen und die Behandlung von Personen mit schweren psychischen Erkrankungen zu verbessern.