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PDAG nehmen historisches Hauptgebäude in Betrieb

10. Juni 2026

Nach dreijähriger Sanierungszeit beziehen Mitarbeitende der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) wieder das geschichtsträchtige Hauptgebäude auf dem Areal Königsfelden in Windisch. Mit der Inbetriebnahme schliessen die PDAG die Gesamtsanierung ihres Klinikareals nach über einem Jahrzehnt intensiver Bautätigkeit erfolgreich ab.

Gemeinsam mit dem Zürcher Architekturbüro HBF huggenbergerfries und der Kantonalen Denkmalpflege Aargau verbanden die PDAG eine zeitgemässe Infrastruktur mit den historischen Schutzanforderungen des Gebäudes. Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben belaufen sich auf rund 36 Millionen Franken. An der Finanzierung beteiligen sich die kantonale und nationale Denkmalpflege mit einem Förderanteil von 2,5 Millionen Franken.

Mit den Arbeiten wurden unter anderem die IT erneuert, der Erdbebenschutz verbessert sowie energetische Optimierungen durch neue Verglasungen und eine effizientere Estrichdämmung umgesetzt. Ab sofort stehen den Patientinnen und Patienten damit moderne Therapieräume sowie dem Personal attraktive Arbeitsplätze zur Verfügung.

Historische Rekonstruktion von Baugeschichte
Im Rahmen der Sanierung und in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege legten Handwerker mit grosser Sorgfalt jahrzehntelang verdeckte Strukturen frei. In konstruktiver, interdisziplinärer Zusammenarbeit erhielten so die repräsentativen Bereiche im zentralen ehemaligen Verwaltungstrakt ihre frühere Pracht zurück. Ein gestalterisches Highlight ist der grosse Festsaal: Seine marmorierten Säulen und Pilaster zeigen nun teilweise wieder ihre originalen Fassungen. Wo gesicherte Befunde fehlten, entschieden sich die Verantwortlichen für eine feinfühlige gestalterische Interpretation mit einer gaufrierten Velours-Wandbespannung. Der Saal wird im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen zum Thema Psychiatrie künftig auch wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein.

«Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Abschluss der Sanierungsarbeiten, denn das Hauptgebäude verkörpert wie kaum ein anderes Objekt die historische Identität wie auch die Zukunft der PDAG», erklärt CEO Beat Schläfli. «Es ist gelungen, den Charakter dieses einzigartigen Ortes zu bewahren und gleichzeitig eine zeitgemässe, hochfunktionale Arbeits- und Behandlungsumgebung für unsere Patientinnen und Patienten sowie unsere Mitarbeitenden zu schaffen. Hier trifft Geschichte auf moderne Psychiatrie. Mein Dank gilt allen Beteiligten sowie den vielen Kolleginnen und Kollegen, die während der Sanierungsphase in anderen Gebäuden unter provisorischen Bedingungen gearbeitet haben.»

Arealentwicklung erfolgreich vorangetrieben
Mit dem Bezug des Hauptgebäudes findet auch die im Jahr 2012 begonnene Gesamtsanierung des Klinikareals ihren erfolgreichen Abschluss. Über die vergangenen Jahre wurde damit die Infrastruktur der PDAG kontinuierlich und nachhaltig erneuert sowie ausgebaut. Neben dem historischen Hauptgebäude tragen wegweisende Neubauten wie das Kinder- und Jugendpsychiatrie-Gebäude «Fidelius» (2016), das moderne Erwachsenen-Zentrum «Magnolia» (2020) sowie der Erweiterungsbau der Klinik für Forensische Psychiatrie mit zusätzlichen Stationen (2022) zu einer hochwertigen und zukunftsfähigen psychiatrischen Versorgung im Kanton Aargau bei.

«Die Sanierung des Hauptgebäudes bildete den anspruchsvollen Schlusspunkt eines echten Generationenprojekts», betont Thomas Zweifel, Leiter Betriebe. «Bauen auf unserem geschichtsträchtigen Campus ist immer eine Gratwanderung: Der Respekt vor der Arealgeschichte und den historischen Artefakten ist ebenso wichtig wie die hochfunktionale Erfüllung der heutigen Nutzerbedürfnisse. Trotz eines engen finanziellen Rahmens und komplexer Etappierungen ist es uns gelungen, eine nachhaltige, moderne Infrastruktur zu schaffen, die den Klinikalltag von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden langfristig optimal unterstützt.»

Über das Hauptgebäude der PDAG
Das im Jahr 1872 eröffnete Hauptgebäude ist das älteste Bauwerk der PDAG auf dem Areal Königsfelden und ein Baudenkmal von kantonaler wie nationaler Bedeutung. Entworfen von Kantonsbaumeister Karl Ferdinand Rothpletz und Klinikdirektor Edmund Schaufelbüel galt es bereits bei seiner Eröffnung als eine der fortschrittlichsten und richtungsweisenden psychiatrischen Einrichtungen Europas. Über die letzten 150 Jahre wurden an dem klassizistischen Bau im Rahmen einer Erweiterung der Versorgung zahlreiche An- und Umbauten vorgenommen. Mit der Inbetriebnahme des «Magnolia»-Gebäudes im Jahr 2020 hat sich die Rolle des historischen Hauptgebäudes gewandelt: Statt Bettenstationen beherbergt es heute modernste Therapieräume, die sowohl für die ambulante Versorgung als auch für die Behandlung stationärer Patientinnen und Patienten genutzt werden können.